Kontakt | Impressum | 19.01.2019 _ 18:42 h

Moderne Technik für schadstofffreie Luft

Von Umwelt- und Energietechnik begeistert bringt der angehende Elektrotechniker Simon Meier einen Rauchgasanalyseschrank  im AVA-Abfallheizkraftwerk auf den neuesten technischen Stand

In den drei Ofenlinien des Abfallheizkraftwerks der Abfallverwertung Augsburg GmbH (AVA) werden täglich rund 700 Tonnen Haushalts-, Industrie- und Gewerbeabfall verbrannt und so Strom sowie Fernwärme produziert. Das entstehende schadstoffbelastete Rauchgas wird gereinigt, bevor es in die Atmosphäre gelangt – dazu wird im so genannten Rauchgasanalyseschrank vorab unter anderem der Gehalt an Sauerstoff (O2), Kohlenmonoxid (CO) und Schwefeldioxid (SO2) gemessen. In seiner Projektarbeit modernisiert Simon Meier, der sich an der Technikerschule Augsburg berufsbegleitend zum Elektrotechniker weiterbildet, im Auftrag seines Arbeitgebers AVA  die Steuerung eines Rauchgasanalyseschranks. Wir haben mit dem ausgebildeten Elektroniker für Betriebstechnik über sein Projekt gesprochen:

Was ist der praktische Nutzen Ihrer Arbeit?

Die bisherige Steuerung zur Wartung und Kalibrierung der Messinstrumente im Rauchgasanalyseschrank war fast 25 Jahre alt. Da die Programmierung nicht mehr anzupassen war und auch keine Ersatzteile mehr zu bekommen, sollte die Steuerung mit einer Siemens S7-1200 modernisiert und die Übersichtstafel zur Anzeige von Ventilstellungen und Störungen durch ein Touchpanel ersetzt werden. Auch die mechanische Zeitschaltuhr wurde abgebaut und in die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) integriert. In TIA-Portal habe ich ein Programm mit den bisherigen Funktionen erstellt und entsprechend ergänzt – hilfreich waren hier vor allem meine Kenntnisse aus dem Fach Steuerungstechnik.

Was ist das Besondere an Ihrem Projekt?

Eine solch moderne Steuerung an einer Rauchgasanalyse ist bisher äußerst selten. Es ist nun beispielsweise möglich, die Steuerung für einen Fernzugriff zu erweitern – das vereinfacht eine externe Fehleranalyse stark. Im Rahmen des Projekts bin ich bei der Visualisierung auf die Wünsche und Vorschläge zur Arbeitsoptimierung des Wartungspersonals eingegangen.

Was waren die größten Herausforderungen und bedeutendsten Ergebnisse?

Wichtig war die optimale Planung, das heißt Schaltplan, Programm und Visualisierung zu erstellen und über eine Simulationssoftware zu testen, um eventuelle Fehler noch vor dem Umbau zu beseitigen. Außerdem lief beim eigentlichen Umbau der Betrieb natürlich weiter: Die Rauchgase mussten kontinuierlich analysiert werden und auch die Heizungen der Messgasleitungen funktionieren. Doch sowohl der provisorische Betrieb als auch der Umbau haben gut geklappt. Die Steuerung läuft seit Dezember 2016 fehlerfrei, so dass nun auch die beiden weiteren in der AVA-Anlage bestehenden Analyseschränke identisch umgebaut werden.

 

Mehr zur AVA gibt es unter www.ava-augsburg.de

 

 

Aus alt mach neu: Jetzt gibt es eine Schaltschranktür mit Touchpanel. (Bild: S. Meier)
Deutlich übersichtlicher ist auch die Innenansicht, denn die neue Steuerung (rechts) ist viel kompakter als die alte. (Bild: S. Meier)
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